Was glauben Katholiken? Was Evangelikale? Hier kann darüber gesprochen werden.

Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon Janand am 08.10.2009 22:04

Nun, nicht wir legen fest, dass Einheit sein soll, sondern Jesus selber bat im Hohepriesterlichen Gebet darum. Paulus betonte immer wieder die Notwendigkeit der Einheit. Und wenn ich sehe, dass sich heute Gemeinden über Dinge spalten, die absoulut viertrangig sind, dann muss ich sagen, dass es intellektuell redlicher ist, die Einheit vorauszusetzen, als immer nach Trennendem schauen zu müssen.

Dogmatik ist wichtig - in manchen Bereichen. Doch aus jedem Furz ein Dogma zu machen - das ist keine Dogmatik, das ist Korinthenkackerei. Man verzeihe mir die harten Worte.

Wo sind die ach so wichtigen dogmatischen Unterschiede zwischen Baptisten, FEGs und Mennoniten, um mal ein Beispiel zu bringen? Warum muss jeder kleine charismatische Möchtegernpapst seinen eigenen Christenverein gründen? Nicht unsere Dogmen prägen unsere Gemeinden, sondern unsere Traditionen und menschlichen Regeln. Und wenn diese der Einheit im Wege stehen, dann sind sie an dieser Stelle widergöttlich....
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon tschilli am 08.10.2009 22:55

Janand hat geschrieben:Dogmatik ist wichtig - in manchen Bereichen. Doch aus jedem Furz ein Dogma zu machen - das ist keine Dogmatik, das ist Korinthenkackerei. Man verzeihe mir die harten Worte.


In welchen Themen ist Polemik denn angesagt? Bei der Frage der Taufe, die hier in diesem Thread erwähnt wurde? Bei der Frage nach dem Verständnis der Rechtfertigung um ein anderes wichtiges Thema, zu dem Konvergenzpapiere erstellt wurde, zu erwähnen? Waren die Schlachten der letzten 500 Jahre, die Stefan erwähnt wirklich immer Schlachten im negativen, aggresiven Sinn oder nicht oft auch ehrliche Versuche zur Einheit zu kommen. Zu wahrer Einheit aber, nämlich der Einheit im Bekenntnis.

Janand hat geschrieben:Wo sind die ach so wichtigen dogmatischen Unterschiede zwischen Baptisten, FEGs und Mennoniten, um mal ein Beispiel zu bringen?

Keine Ahnung.

Janand hat geschrieben:Warum muss jeder kleine charismatische Möchtegernpapst seinen eigenen Christenverein gründen?

Darum geht es hier nicht. Sowas ist doch nicht ernst zu nehmen.

Janand hat geschrieben:Nicht unsere Dogmen prägen unsere Gemeinden, sondern unsere Traditionen und menschlichen Regeln.

Well, speak for yourself. Das Prinzip der Konfessionsgebundenheit mag fremd sein, aber es gibt es noch.

Janand hat geschrieben:Und wenn diese der Einheit im Wege stehen, dann sind sie an dieser Stelle widergöttlich....


Denn dieses ist genug zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß da einträchtiglich nach reinem Verstand das Evangelium gepredigt und die Sakramente dem göttlichen Wort gemäß gereicht werden. Und ist nicht not zu wahrer Einigkeit der christlichen Kirche, daß allenthalben gleichförmige Zeremonien, von den Kirchen eingesetzt, gehalten werden; wie Paulus spricht Eph. 4,5.6: "Ein Leib, ein Geist, wie ihr berufen seid zu einerlei Hoffnung eures Berufs, Ein HErr, Ein Glaube, Eine Taufe."
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon Jörg04 am 09.10.2009 05:01

Auch auf die Gefahr hin, in eine falsche Schublade gesteckt zu werden (z. B. "engstirniger Separatist"), möchte ich bekennen:

daß mir die Einheit der Lehre wichtiger ist als die Lehre von der Einheit. Ich stelle Gemeinschaft nicht über die Lehre, sondern die Lehre über die Gemeinschaft. Besonders wichtig ist mir hier Apostelgeschichte 2, 42: "Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet." Das die "Lehre der Apostel" in der Aufstellung an erster Stelle steht, ist für mich kein Zufall!

Daß es mir wie ein Verrat an den Reformatoren vorkommen würde, - die ihr letztes für die Wahrheit des Evangeliums gegeben haben - daß eigentliche Problem in der heutigen Kirche in der mangelnden Einheit zu sehen und nicht in der mangelnden Wahrheit. Daß es viele Spaltungen gibt und gegeben hat wegen völliger unwichtiger Dinge (z. B. Tragen eines Schnurrbartes), ist ebenso eine große Sünde - vor allen Dingen geistlicher Leiter. In unwesentlichen Dingen Freiheit, in wichtigen Dingen Einheit (in der Lehre) lautet meine Devise.

Außerdem glaube ich nicht, daß man alle Kritik mit dem Argument: "zur Zeit der Reformation war eine völlig andere Zeit und man kann sie überhaupt nicht mehr mit der heutigen Zeit vergleichen" abschmettern kann. Wobei ich die Zitate von Andreas sehr interessant fand in Bezug auf die Täufer und mir dabei bewußt wurde, daß man nicht einfach die Täufer von damals mit den Baptisten von heute gleichsetzten darf. Dennoch gibt es gewisse Übereinstimmungen z. B. in der Tauflehre, die sehr wohl noch heute unter der Lehrverurteilung (z. B. der Konkordienformel) fallen. Und das gleiche trifft auf die Lehren der RKK zu.


Grüße, Jörg
Jörg04
 

Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon StefanK am 09.05.2010 22:10

Die Annäherung klappt wohl doch nicht so gut, wie es das Konvergenzpapier glauben machen wollte:
Baptisten und Lutheraner: Keine Brücke in der Tauffrage
Gruß
Stefan
(der sich heute vor allem über den Klassenerhalt des FSV freut Bild
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon Janand am 10.05.2010 11:58

Da ich dieses unsägliche Konvergenzpapier vor Kurzem in einem Anfall von Wahnsinn las (worauf sich der Anfall mit den Worten: "Ich sehe schon, Du brauchst mich nicht!" verabschiedete), wundert es mich nicht, dass die Baptisten erklären, es gäbe da keine Anerkennung. Schon in der Vergangenheit wurden Gemeinden im Rahmen des Bundes evangelischer Freikirchen davor gewarnt, "ungetaufte" (gemeint ist: als Kind getaufte) Menschen aufzunehmen. Und in der Zeit, als ich noch in jugendlichem Leichtsinn in einer baptistischen Teestube aktiv war, galten Baptisten eh als Christen der Sonderklasse.

Schade, dass sie von Spurgeon nichts gelernt haben. Der hat immerhin die folgende Aussage getroffen:

Charles Haddon Spurgeon - Die Taufe ist nicht das Schiboleth

Wenn irgend ein junger Mensch zu mir kommt und sagt: „Können Sie mir ein Werk empfehlen, das Ihre Ansichten über die Taufe darlegt?“ so sage ich immer: „Ja, es gibt ein kleines Buch, das Sie für zwei Groschen kaufen können - das Neue Testament - ein wundervolles baptistisches Buch.“ in Wahrheit, ich gebe den Leuten nie ein anderes. Wenn sie es da nicht sehen können, nun wohl, ich muß sie darum doch lieben, weil sie den Herrn Jesus Christus lieben.


Interessant fand ich, als ich vor einiger Zeit erfuhr, dass es in Baptistenkreisen durchaus Leute (selbst in Gemeindeleitungsgremien) gibt, die die Geschichte der Baptisten auf die ersten Täufer zurückführen, die zur Zeit Luthers und Zwinglis aktiv waren, und die sich offenbar in deren Nachfolge sehen. Geschichte schwach mangelhaft, würde ich sagen.
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon Janand am 10.05.2010 12:00

P.S. Auf der anderen Seite verwunderte es mich auch schon, dass die lutherische Kirche den Baptisten gegenüber ohne jede Not das in, mit und unter beim Abendmahl aufgab, was sie den Calvinisten immer noch verweigert. Aber wenn schon schwammig, dann gleich richtig schwammig.
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon Naomi5 am 13.05.2010 16:19

StefanK hat geschrieben:Die Annäherung klappt wohl doch nicht so gut, wie es das Konvergenzpapier glauben machen wollte:


Hab ich es nicht gleich gesagt.....
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon StefanK am 13.05.2010 22:26

Und was macht man, wenn man nicht mehr weiter weiß? Man bildet einen Arbeitskreis!
Eine neue baptistische Arbeitsgruppe soll nun die aufgeworfenen Fragen bearbeiten und dem Präsidium der Baptisten bis 2013 eine Stellungnahme vorlegen.

Die Diskussion bei den Baptisten geht beim Kirchentag weiter: "Können Baptisten die Säuglingstaufe anerkennen?": Die Anerkennung der Säuglingstaufe bedeutet für Baptisten keinen substanziellen Verlust. Diese Ansicht vertrat der baptistische Theologe Professor Kim Strübind (Oldenburg) am 13. Mai beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München.
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Re: Annäherung zwischen Lutheranern und Baptisten?

Beitragvon Naomi5 am 15.05.2010 13:13

StefanK hat geschrieben:Die Diskussion bei den Baptisten geht beim Kirchentag weiter: "Können Baptisten die Säuglingstaufe anerkennen?": Die Anerkennung der Säuglingstaufe bedeutet für Baptisten keinen substanziellen Verlust. Diese Ansicht vertrat der baptistische Theologe Professor Kim Strübind (Oldenburg) am 13. Mai beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München.

Ok, aber das ändert nichts. Ist jetzt nur interessant zu sehen, wie lange Kim Strübind noch Baptist ist.
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